Bundestagsabstimmung · 2024-02-23 · Soziales

Wie haben die Parteien bei „Vermittlungsergebnis zum Wachstumschancengesetz" abgestimmt?

Die Abstimmung betrifft die Annahme der Beschlussempfehlung des Vermittlungsausschusses zum Wachstumschancengesetz. Diese Kompromissvorschläge sehen Änderungen gegenüber dem ursprünglichen Gesetzentwurf vor, insbesondere die Streichung der Klimaschutz-Investitionsprämie und Anpassungen bei der Rentenbesteuerung sowie im Einkommensteuerrecht.

Abstimmungsergebnis nach Fraktion

ParteiStimmeWirkung
SPDDafür+1.5
CDU/CSUDagegen-1.5
Bündnis 90/Die GrünenDafür+1.5
FDPDafür+1.5
Die LinkeEnthaltung
AfDDagegen-1.5
BSWEnthaltung

Wem nützt es?

ergibt sich direkt aus dem Gesetzestext

Unteres DrittelMitteOberes DrittelOberste 10%
+4.0+4.0+3.0+2.0

Warum diese Bewertung?

Lebenshaltung: Keine expliziten Auswirkungen auf Miete, Energie oder Konsum für Gering- und Normalverdiener gegenüber der geltenden Rechtslage. Die gestrichene Investitionsprämie betrifft voraussichtlich Unternehmen oder spezifische Investoren, die Änderungen im Einkommensteuerrecht sind zu vage für eine direkte Zuordnung zu Lebenshaltungskosten. Arbeit: Keine expliziten Regelungen zur Stärkung oder Schwächung von Arbeitnehmerrechten genannt. Soziales: Die Änderung der Rentenbesteuerung (Verlangsamung des Anstiegs des Besteuerungsanteils) führt zu einer finanziellen Entlastung für (zukünftige) Rentner im Vergleich zur bisherigen gesetzlichen Entwicklung, was als positive Auswirkung auf Gering- und Normalverdiener im Rentenalter zu werten ist.

Kritische Einordnung

Das Wachstumschancengesetz bleibt in seiner Grundstruktur ein Instrument der Angebotspolitik, das primär Unternehmen entlasten soll. Zwar wurden im Vermittlungsausschuss einige Maßnahmen gestrichen und die Rentenbesteuerung zugunsten der Rentner angepasst. Solche Einzelanpassungen kaschieren jedoch nicht das Fehlen einer konsequenten, investitionsorientierten und progressiv finanzierten Fiskalpolitik, die allen zugutekommt, anstatt auf 'Trickle-Down'-Effekte zu setzen und die öffentlichen Finanzen unzureichend zu stärken.

— Maurice Höfgen

Quelle: Abstimmung ansehen · Alle Parteien im Ranking vergleichen